Tourtagebuch der Teilnehmenden an der Motorrad-Pilgerfahrt "Vom Bodensee zum Königssee" 2026
18.-26. Juli 2026
Vortreffen Brüningsen, 12. Juli 2026
Endlich ist es soweit! Heute erfahren wir, wer alles Bestandteil der Tour "Vom Bodensee zum Königssee" ist und wie die Route verläuft. Durch Moto Maria wusste ich schon, dass Regina auch mit von der Partie ist und es war im Mai schon klar: WIR GEHEN AUF EIN ZIMMER.
Beim Ankommen und Kennenlernen stellte sich dann heraus, dass wir neben Neulingen auch die Mitfahrer aus dem fernen Rügen dabei haben. Klasse! Respekt dafür an Jörg II und Eckhard.
Nach leckerem Kuchen wurden dann die zwei Kleingruppen per Losverfahren zusammengestellt. Für meine Gruppe II kann ich nur sagen, dass es Ratzfatz ging, was die Einteilung der Fahrpositionen angeht und auch die Einigkeit, dass wir uns gerne am Königssee die St.-Bartholomä-Kirche anschauen möchten! Schön, wie unkompliziert es abläuft!
Nach dem Schlussgebet gab es noch ein kräftiges Laudate am recht übersichtlichen Helmkreuz. Ja, man brauchte doch etwas Phantasie ;)
Fazit des Vortreffens: Es kann nur gut werden.
Nachdem alle beim Aufräumen mitgeholfen haben, traten wir voller Vorfreude auf kommenden Samstag die Heimreise an!
Vielen Dank nochmal an Hans-Werner und Wolfgang für das schöne Vortreffen und die Orga der Reise!!
Allen Mitpilgern eine tolle, sichere Fahrt - und wir sehen uns dann beim Ankomm-Bier in Simmern!
Verena
1. Tag - Samstag, 18. Juli 2026
Ziel: Simmern
Zündfunken in der Drüggelter Kapelle - endlich geht's los. Die Anspannung weicht. Gemütlich schwingen wir durch die Kurven des Sauerlandes. Zu meiner Stimmung passt der Song von Willie Nelson "On the Road again".
Beschwingt singe ich vor mich hin. Das fühlt sich irgendwie gut an.
Gemeinsam unterwegs - naja, aber irgendwie auch nicht. Ich sitze doch eigentlich den ganzen Tag allein auf meinem Motorrad und unter dem Helm?!? Mindestens bis zur ersten Pause ist das Lied im Kopf und ich singe vor mich hin. Hört ja keiner.
Irgendwann wird getankt. Der Tourguide zahlt zunächst für einige, das vereinfacht.
Kurze Gespräche mit den Mitstreitern: Hast du einen Pullover angezogen? Es ist doch ein wenig kühl heute.
Beim Herunterfahren von der Fähre über den Rhein ist die Reihenfolge durcheinander geraten. Auf einmal bin ich der Letzte und muss sehen, dass ich den Anschluss an die Gruppe nicht verpasse. Der Schlussfahrer bemerkt es, fährt zur Seite und nimmt mich in die Gruppe auf. Sehr aufmerksam.
Am Ende des Tages habe ich zwar viel Zeit allein unter meinem Helm verbracht, aber ich war doch gemeinsam unterwegs. Jetzt bin ich gespannt, was heute unter meinem Helm auftaucht. Vielleicht wieder der olle Willie Nelson: "On the Road again".
Mike
2. Tag - Sonntag, 19. Juli 2026
Ziel: Schenkenzell
Zur Einstimmung auf den Tag hat uns Mike mit dem Lied "On the Road again"
Nach dem Zündfunken geht es los Richtung Schwarzwald über kleine Straßen. Ich habe immer noch das Lied im Kopf.
Ich muss mich erst eingrooven, bin in den Kurven noch etwas eckig, bis mir klar wird, dass ich zu nah auf meine Vorderfrau aufschließe; mit dem entsprechenden Abstand wird der Fahrstil rund. So geht es durch die Südpfalz Richtung Frankreich.
Schöne kurvige Straßen durch enge Täler und über weite Höhen. Die Kornfelder sind überall schon abgeerntet und mir wird klar, dass wir uns schon in der zweiten Hölfte des Sommers befinden.
Mir fällt auf, dass längs unserer Strecke die blaue Wegwarte blüht, die Wächterin am Wegesrand. Diese Heilpflanze begleitet uns bis Frankreich.
In Frankreich ändern sich die Straßenverhältnisse, rauher Asphalt und weniger Leitplanken, in den Orten viel Fachwerk.
Was auffällt sind die vielen Störche, die auf den Wiesen und Feldern nach Nahrung suchen.
Über eine alte genietete ehemalige Eisenbahnbrücke geht es zurück nach Baden-Württemberg Richtung Schwarzwald.
Sonntags sind leider viele Ausflügler unterwegs, so dass wir die Kurven nur gebremst genießen können. Nach gut 6 Stunden Fahrt und 325 km kommen wir gut an unserem Hotel in Schenkenzell an.
Manfred
3. Tag - Montag, 20. Juli 2026
Ziel: Balderschwang
Heute fand der Zündfunke auf dem Parkplatz in Schenkenzell statt. Leider ließen wir uns von einigen abreisenden Motorradfahrern ablenken. Das war nicht schön, aber schön waren sie, die Motorräder. Nach dem Zündfunken haben wir unsere Reise in einen schönen sonnigen Tag gestartet.
Unsere Reise wurde aber schnell durch ein entstandenes Kofferproblem unterbrochen, welches wir aber schnell in Teamarbeit beheben konnten. Danach konnten wir unsere Reise fortsetzen, die uns durch schöne schmale Straßen in die Schwarzwälder Höhen führten. Oben angekommen hatten wir eine wunderbare Aussicht über die Täler und verstreut liegende Höfe.
Wir hatten kurzfristig noch entschieden, die Benediktiner-Erzabtei St. Martin und das Kloster Beuron zu besuchen. Aber wie es manchmal im Leben so ist, nicht immer führt der direkte Weg zum Ziel, manchmal kommt man nur über Umwege dorthin.
Nach einer Stärkung haben wir uns das Innere der Kirche angeschaut und jeder hat für sich die Eindrücke auf sich wirken lassen.
Danach mussten wir ein verlorenes Mitglied wieder einfangen, welches einen anderen Weg eingeschlagen hatte, was uns allerdings entgangen war.
Die weitere Reise führte uns durch das Allgäu, auch mit einem Abstecher durch Österreich, bis wir unseren heutigen Zielort Balderschwang im Freistaat Bayern erreichten. Der Weg dorthin verlief über schöne kurvige Straßen.
Die Aussicht war schon schön und ich habe den Geruch vom frisch gemähten Gras genossen.
Holger
4. Tag - Dienstag, 21. Juli 2026
Ziel: Balderschwang (2. Übernachtung)
Mit dem Geläut der Kuhglocken werde ich wach. Schön, denke ich, so hört sich Urlaub an. Der Himmel ist blau, auch schön!
Wenn jetzt noch nach der ruhigen Nacht das Frühstück gut ist, startet der Tag prima.
Das Frühstück war gut :)
Eine Mitbewohnerin unseres Hotels "Alpengasthof Schwabenhof" beobachtet uns, wie wir das Helmkreuz für den Zündfunken legen. Wir laden sie ein, nicht nur aus der Ferne teilzunehmen, und sie stellt sich in den Kreis.
Zum Ende des Zündfunkens singen wir "Der Himmel geht über allen auf". Ja, uns verspricht der Himmel heute einen schönen Tag. Leider ist das nicht für alle Menschen so.
Unseren ersten Plan, die halbe Umrundung des Bodensees mit Fährfahrt wieder an das Nordufer, verwerfen wir aufgrund des zu erwartenden Verkehrs auf den Uferstraßen.
Stattdessen fahren wir östlich vom Bodensee auf kleinen Straßen durch das wunderschöne Allgäu. In Sulzberg haben wir eine imposante Aussicht auf ein weites Tal mit den Bergen im Hintergrund, wie sie sonst wohl nur Flieger haben.
Und dann taucht er plötzlich auf, blau im Sonnenlicht schimmernd, ruhig. Nicht verwunderlich, dass die Römer den Bodensee zunächst für ein Meer gehalten haben. Ein Zeppelin schwebt über dem Wasser, zahlreiche Boote ziehen ihre Bahnen.
Auf dem Weg zum Pfänderhaus machen wir Rast in einer Art Jausenstation. Es wird Selbstgemachtes serviert auf charmante Art und Weise durch ein junges Mädchen, das bei der Oma durch ihren Service Geld für ihr erstes Moped verdient.
Am Pfänderhaus dann, in etwa 1.000 m Höhe, haben wir einen perfekten Überblick über den Bodensee. Postkartenidylle, aber auch viel Rummel.
Die Abfahrt vom Berg in Richtung Bregenz ist dann das Offroad-Highlight des Tages: Ca. 6 km schmaler Schotter-Waldweg. Wir haben es mit Bravour gemeistert. Die gemütliche Rückfahrt wurde noch durch einen Eisdielenbesuch versüßt.
Ein starker Tag!
Ach ja, die Impulsfrage: "Was verbindest du mit Stärke?" haben wir gerade eingehend diskutiert.
Martin
5. Tag - Mittwoch, 22. Juli 2026
Ziel: Aschau
Heute geht's zum nächsten Hotel, Gasthof Kampenwand in Aschau nahe des Chiemsees.
Der Zündfunke findet wie gehabt auf dem Parkplatz in Balderschwang statt. Das Wetter lässt nur Gutes erwarten für unsere Tour.
Wir starten Richtung Riedbergpass. Das Warmfahren geht sofort gut los, viele kleine Kurven. Ähnlich dem Wedeln beim Skifahren. Die weitere Fahrt geht der Deutschen Alpenstraße entlang und ist von einem beeindruckenden Alpenpanorama begleitet.
Ich fühle mich plötzlich sehr klein in diesem Umfeld.
Während der Tour fahren wir an vier Seen vorbei, Plansee, Walchensee, Tegernsee und Schliersee, ein super Panorama.
Kloster Ettal und die Zugspitze (Tickets ausverkauft) waren weitere Highlights.
Die Gesamtstrecke war sehr kurvig, bestens ausgesucht. Ein toller Tag.
Das Nachtickern hat heute sehr lange gedauert, da der Impuls "Wer oder was gibt dir Orientierung" für viel Gesprächsstoff sorgte.
Thorsten
6. Tag - Donnerstag, 23. Juli 2026
Ziel: Aschau im Chiemgau (2. Übernachtung)
2. gepäckfreier Fahrtag.
Das Motto zum Zündfunken ist heute: "Was geschieht während der Fahrt zwischen Sitzbank und Helm?" Ja, das frage ich mich auch so manches Mal.
Auf geht's entlang der Deutschen Alpenstraße und am Farcher See. Den geplanten Abstecher zum Königssee lasse wir dann doch aus.
Stattdessen fahren wir die mautpflichtige Roßfeldstraße. Fast ungestört können wir die Kurven schwingen. Um das unglaubliche Panorama auf uns wirken zu lassen, halten wir an diversen Parkbuchten. Ein Ausblick ist schöner als der andere. Oben angekommen erwähnt Wolfgang, dass wir die Strecke auch noch einmal fahren können. Gesagt, getan. Zu dritt düsen wir in freier Fahrt die Kurven erneut ab. Mit einem Grinsen im Gesicht kommen wir oben wieder an.
Weiter geht's zur Jausenstation für eine kleine Stärkung.
Dort komme ich mit der Wirtin ins Gespräch. Sie erklärt mit Stolz, wie ihre acht freien Kühe gehalten und gemolken werden.
Das Produkt hatte ich gerade in Form von Käsebrot und Buttermilch zu mir genommen.
Mich überkommt ein leicht schlechtes Gewissen.
So hatte ich mir doch vorgenommen, achtsamer zu sein. Nun habe ich micht dabei erwischt, wie ich die Mahlzeit wie selbstverständlich vertilgt habe.
Ich gelobe Besserung!
estärkt geht's heiter weiter auf wunderbaren kurvigen Straßen.
Upps - nachdem wir schon einige Kilometer zurückgelegt hatten, standen wir doch glatt vor einer Vollsperrung.
So ein Ärger (grins)! Da mussten wir doch glatt ein ordentliches Stück zurück fahren.
Das Panorama aus dieser Perspektive ist wieder umwerfend schön.
Ich genieße den Augenblick!
Letzten Endes sind wir wieder glücklich und zufrieden am Hotel angekommen. Danke an Wolfgang und die Gruppe!
Claudia
7. Tag - Freitag, 24. Juli 2026
Ziel: Neuhof an der Zenn
Notwendige oder vorgeschobene ToDos verzögern den Start des Zündfunkens. Wahrscheinlich will niemand die Bergregion Richtung Norden verlassen.
Der mitgegebene Impuls ist schwierig abzuhandeln, da jeder schon über genügend Lebenserfahrung verfügt, um noch wirklich ins "Staunen" oder "Wundern" zu verfallen.
Die Bergregion im Rückspiegel und damit verbundene Wehmut geht es durch überfüllte Örtchen Richtung Frankenland.
Es ist um einiges wärmer als die vergangenen Tage, das tut dem Spaß aber sicher keinen Abbruch. Rund um Ingolstadt gibt es mehr Kreisverkehre als Ringe am Audi.
Nahe des Ziels überwiegen gefühlt die abknickenden Vorfahrtsstraßen.
Ankunft am Zenntaler Hof in Neuhof an der Zenn
Alle sind aber mit dem Streckenverlauf und der Fahrzeit zufrieden.
Das Ankommbier haben sich alle verdient. Gruppe Wolfgang ist zum wiederholten Mal als erste am Zielort, obwohl sich die Gruppen zwischendurch getroffen und auch überholt haben. Aber wir veranstalten hier alles, nur keinen Wettkampf.
Das Essen ist schon wieder super, dem einen zu viel, dem anderen zu wenig. Auch da wird sich geholfen.
Immer im Hinterkopf: nur noch 2x schlafen
Uups: 22.30 Uhr
Das Frühstück, wenn auch erst um 7.30 Uhr, genügt allen Ansprüchen. Kurze Diskussion über die Zimmer, vielleicht übernachten wir bald im Neubau.
25.7. in Mittelfranken bei Familie Burk
Dirk
9. Tag - Sonntag, 26. Juli 2026
Hotel zum Kloster, Rohr in Thüringen nach Hause
Hallo Emma!
Gestern konnte sich niemand entscheiden, dich zu "bearbeiten". Mach dir nichts draus! Heute erfährst du aber, wie unsere Pilgerreise zu Ende ging:
Gestern abend gab es, wie wohl immer am Samstagabend in diesem Hotel, ein Grillbuffet. Lecker! Bei angenehmer Temperatur konnten wir noch draußen sitzen und klönen.
Heute morgen dann der letzte Zündfunken. Die Stimmung wie immer am letzten Tag "durchwachsen": Abschied und Freude auf das Heimkommen mischen sich.
Der "Daumenkreis" symbolisiert noch einmal die Gemeinschaft, das "Irische Segenslied" weist in die Zukunft und macht gedanklich einen Kloß in den Hals. Schnell werden Fahrgruppen für die Heimfahrt gefunden und es geht los.
Bis zum nächsten Mal!
Martin












