Tourtagebuch der Teilnehmenden an der Motorrad-Pilgerfahrt "Erzgebirge" 2026
05. – 11. Oktober 2026
20.09.2026 – Nu gugge ma: Protokoll Vortreffen PmPS Erzgebirge
WO: HLH (Heinrich-Lübke-Haus), Möhnesee
WANN: 20.09.2026
ZEIT: 1400 - 1700
WER: Guides, Teilnehmer, 1 Gast
Tagesordnung:
TOP1: Begrüßung
TOP2: Kennenlernen
TOP3: Infos
TOP4: Stubenverteilung
TOP5: Gruppenauslosung
TOP6: Gespräche in den Gruppen
TOP7: Klärung von Fragen
TOP8: Zündfunke
Top1:
De Guides Conny un de Micha ham de Teilnehmer un de Gast herzlich willkommen geheißen.
Nu, wo alle da warn - naja, fast alle - konntes ja losgehen.
Top2:
Nu ham mer uns ersma kennengelernt. Dazu wurden Zeddel für de Vorstellung uffm Boden verteilt. Dann nu ma schön der Reihe nach vorstellen. Angefangen hat de Conny, und dann gings ganz ordentlich im Uhrzeigersinn weiter. Ei verbibbscht. Ordnung muss sein.
De Peter war nidd da, de Anreise war zu lang. Er war aber trotzdem da - zumindest uffm Bild.
So konnte sich och jeder de Peter vorstelle.
Top3:
Nu wurdes ernst - zumindest so ernst, wie´s bei uns ebbe geht. De Guides ham abwechselnd de Tour vorgestellt. Und was soll mer sage? Die Berichte waren ausführlich.
Top4:
Nu musste geklärt werden, wer mit wem uffs Zimmer kommt. Und siehe da: Das ging zügig, keener musste suchen ("Mit dem doch nicht" - gibbes nicht!).
Top5.1:
Nu kam de Gast Regina zum Einsatz. De Regina war als amtsfrei bestellte Aufsicht über die "ordnungsgemäße Ziehung der Lose für die Gruppeneinteilung" zuständig. Also praktisch die höchste Instanz, wenns ums Ziehen von kleinen Zetteln geht. Das Ganze lief folgendermaßen:
1. Ziehung => Gruppe1
2. Ziehung => Gruppe2
3. Ziehung => Gruppe1
…
un immer so weider. Nu war jeder gespannt, wo er denn landet. Ergebnis? Siehe Fotos.
Top5.2:
"Die geheime Mission der Guides". - Nu wurde es mysteriös.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit zogen sich die Guides in einen abhörsicheren Raum zurück. Dort wurde ausgeknobelt, gewürfelt, o.ä., wer denn nu welche Gruppe führt. Was dort genau passiert ist, bleibt bis heute streng geheim. Nach längerer Zeit sahen einige von uns plötzlich weißen Rauch am Fenster vorbeiziehen. Nu war allen klar: Die Entscheidung ist getroffen!
Kurz darauf trat das Ergebnis ans Licht der Öffentlichkeit:
Conny => Gruppe 1
Micha => Gruppe 2
Ei verbibbscht, so einfach kanns sein!
Top6:
Nu durften de Gruppen endlich unter sich loslegen. Es wurde sich ausgetauscht, unterhalten und vermutlich auch schon die ein oder andere Strategie für die Tour entwickelt.
Top7:
Klärung von Fragen. Nu kam der große Moment: Gibbts noch Fragen?
…
…
Nee. Keene. Null. Gar nüscht. Damit war Top7 schneller erledigt, als der Sachse "nu" sagen kannn.
Top8:
Nu neigte sich das Treffen langsam dem Ende zu. Der erste Zündfunke für die Erzgebirgstour wurde gezündet. Und damit war offiziell klar: Nu geht´s los!
Das Erzgebirge kann sich schonmal warm anziehen!
Sonstiges:
Zwischendrin gab´s ooch was: Kaltgetränk, Kaffee, Kuchen, alles gut organisiert.
Denn wie jeder ordentliche Sachse weiß: ohne Kaffee & Kuchen wird´s schwierig mit de Organisation!
Fazit:
Das Vortreffen verlief reibungslos, äußerst informativ und selbstverständlich vollkommen planmäßig!
Jeder weiß nun, wer mit wem, wann und wo. Nu kanns losgehen!
Erzgebirge wir kommen - ei verbibbscht!
Aus dem Hochdeutschen ins Säggsische:
© Bernd
Formularende
1. Tag - Montag, 5. Oktober 2026
Start an der Kapelle "Hillige Seele"
Nach und nach treffen fast alle ein. Schauen, wen man kennt, wen noch nicht.
Gegen 9:00 Uhr geht es zum Zündfunken in die kleine, dunkle Kapelle.
Dort legen wir unser Helmkreuz und es geht los – leider mit einer nicht so guten Meldung:
Thomas hatte einen unverschuldeten Motorradunfall und kann so nicht mitkommen.
Von uns allen ganz viele Gesundheitsgrüße mit PS. Da wird einem auch bewusst, dass unsere Art zu pilgern dringend Schutz von oben braucht, damit wir alle heile wieder zu Hause ankommen!
Es wird auch kurz an die gedacht, die nicht mehr unter uns sind. In Gedanken fahren sie alle mit!
Aber jetzt: Start – naja, fast!
Erste gruppenbildende Maßnahme: Hotelschlüssel zurückbringen!
Aber dann: schön kühl, tiefstehende Sonne, trocken, Herbstlaub schön bunt. Unterwegs immer wieder aus den Feldern aufsteigender Morgennebel, der noch nicht weg will – sieht richtig schön aus! Nach der ersten Pause haben wir dann doch noch einmal eine Nebelfront, schlechte Sicht mit um die 10°C. Aber die Herbstsonne kommt mehr und mehr durch.
Schöne, ruhige Landschaften, wenig Verkehr – Danke, Conny, für die Streckenplanung!
Mittagspause etwas spät – so gegen 14Uhr, aber ok. Immer wieder schöne, kleine, geschwungene Landstraßen.
Gegen kurz vor 17Uhr und nach guten 300km sind wir am Ziel.
Das erste Nachtickern – die Gruppe kommt mehr & mehr zusammen. Schön, das so intensiv mitzuerleben!
Ich freue mich auf HEUTE!
Uli
2. Tag - Dienstag, 6. Oktober 2026
Zuerst habe ich gedacht, ich mache es mir einfach:
- „Die Strecke war toll, das Wetter war gut. Danke dafür.“
Aber das hebe ich mir für den Tag auf, wo mir überhaupt gar nichts einfällt.
Heute ging es nach dem Zündfunken kurz nach 9:00 Uhr los. Wir fuhren bei bestem Herbstwetter, sonnig und kühl, wenige Kilometer bergauf und kamen an einem Parkplatz vorbei, so groß wie ein Fußballfeld. „Haben die hier so viel Schnee, dass der Parkplatz im Winter tatsächlich voll wird?“, schoss es mir durch den Kopf. Danach ging es über 20km ohne Ortschaft durch eine kurvige Waldstrecke. Ein wunderbarer Tourbeginn. Im weiteren Verlauf sahen wir einen Ski-Langläufer mit Langlauf-Skiern mit Rollen dran einen Radweg entlangeilen. Ein ungewohnter Anblick.
Wir fuhren über die Rennsteig-Höhe, danach über die teils unbewaldeten Höhen von Süd-Thüringen. Eine herrliche Fernsicht. Wir steuerten die KZ-Gedenkstätte Laura bei Lehesten an. Ein angenehmer Ort mit unangenehmer Vergangenheit. Danach hoppelten wir auf kleinsten Straßen in der Gegend vor Pirk von Schlagloch zu Schlagloch – stets bemüht, den Lenker nicht aus der Hand zu verlieren.
Es gab keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ob das bei 100 km/h weniger hoppelt?? Ich dachte auf einmal an eine Reise-Enduro…
Mittagspause am REWE in Ölsnitz. Dann über Schöneck nach Tschechien. Nach einem Tank-Stopp nochmal eine Bilderbuchstrecke durch Wälder und Hochmoor-Wiesen, fast wie heute morgen, bis zum Hotel Anna in Nejdek.
Ein schöner Tag!
Peter
3. Tag - Mittwoch, 7. Oktober 2026
Jöhstadt-Grumbach, im „Heilbrunnen“
Plötzlich und unerwartet bleibt bei der morgendlichen Tagebuchreise dieses spannende Dokuwerk bei mir hängen und bittet mich um Asyl. Gerne nehme ich Dich auf und nehme Dich mit auf meinen Weg durch meinen Tag und lasse Dich teilhaben an meinen Gedanken.
Den morgendlichen 9:00Uhr-Zündfunken feiern wir auf einem kleinen Platz gegenüber von unserem Hotel „Wellness Hotel Anna Nejdek“.
Der Impuls des Tages ist eingebettet in den Text „Gebet um Lebensfarben“ aus dem Roadbook. Wir stehen im Kreis und lesen die „Herr…“-Abschnitte im stetigen Reihum. Meine Zeile lautet: „Herr, gib mir vom Braun der Erde – für Beständigkeit und Ausdauer“.
Ich ertappe mich, dass ich bereits bei dem Wort „Braun“ in die politische Richtung denke, und DAS ist so gar nicht meins. Aber da kommen auch sogleich die Erinnerungen an den Ernte-Dank-Gottesdienst von Sonntag, wo genau die angesprochene „Erde“ hervorgehoben wurde – Glück gehabt.
Nach dem Zündfunken machen wir zwei Fahrgruppen uns gemeinsam auf den Weg gen Jöhstadt.
Wie auf einer Perlenkette fahren wir alle hintereinander, die zwei Guides mit ihren 10 Teilnehmern.
Ich fahre an Position 10 und bin nicht der Letzte – wie jetzt? Darüber muss ich nachdenken!
Die „10“ war auf einmal Thema.
Kennt Ihr noch „Zehn – Die Traumfrau“ mit Bo Derek? Ich erinnere mich an meine Schulzeit, da sich unser Lehrer über die Hintergrundmusik so schön aufgeregt hat – wie könne man den „Bolero“ für solch einen Film so missbrauchen! Das waren noch Zeiten…
Doch heute kann ich beim Wort „Traumfrau“ dankbar sein, dass ich traumhafte Menschen in meinem Leben weiß.
Um 10 vor 10 waren wir dann in Kraslice (CZ) tanken, und um 10 Uhr sind wir bei 10°C weitergezogen. Um 10:15 Uhr hat meine „neue Z“ die 10.000km-Marke überwunden und ich kann sagen, sie macht mir wirklich sehr viel Spaß und Freude.
Beim Impuls ging es ja heute um die Farben, und nicht nur die, die es vorzulesen galt, sondern auch, in welcher Farbe man sich wiederfindet. Das sehe ich bei mir das „Orange“, denn da kann ich aktiv Einfluss nehmen und versuchen, Menschlichkeit zu leben. Hier kann und muss ICH meinen ersten Schritt machen.
Unsere Fahrstrecke führt uns wiedermal über wunderschöne Passagen von Ort zu Ort. Ob Morgenröthe (Geburtsort von Sigmund Jähn, erster deutscher Kosmonaut), Schönheide oder Jägersgrün. Ich bin begeistert von dem Herbstbunt der Welt, die wir erfahren dürfen.
Um 11 Uhr passieren wir die Passhöhe „Hefekloß“ mit 1788 halbe Meter Höhe. Möchte uns Guide Michael damit irgendwas sagen?
11:50 Uhr: Kurzer Stopp mit Aussicht auf das Markersbacher Viadukt und Michael berichtet über verschiedenste Hintergrundinfos.
Unsere Mittagsrast machten wir um 12 Uhr in Rittersgrün, wo wir den Kampf mit dem Monster-Fleischkäse im/auf/am Brötchen aufgenommen haben – alle sind hoffentlich satt geworden.
Und… Michael ist doch immer für eine Überraschung gut. Wir befuhren eine kilometerlange Sackgasse (deutlich gekennzeichnet!). Am Ende dieser überfuhren wir eine halb(!)spurige Brücke und stoppten kurz darauf. Michael sagte, hier müssten eigentlich eine Kapelle und ein Parkplatz sein. Dem ist aber leider nicht so. Schade. Aber wir wussten die Zeit zu nutzen und fuhren anschließend weiter.
Um 15:00 Uhr, also über eine Stunde später, hielten wir in Medenec an einer Kapelle für einen Stopp an. Michael erklärte kurz & knapp, er hätte sich wohl vorhin doch vertan und die Kapelle nun doch gefunden. Die Lacher waren auf seiner Seite.
Um 15:30 Uhr hatten wir dann Annaberg-Buchholz erreicht und Conny war mit Ihrer Gruppe kurz vorher auch dort angekommen. Gemeinsam nahmen wir einen großen Einblick in die dortige Kirche, machten fix ein Gruppenbild und dann ging es auf die letzten Kilometer zum Zielhotel „Heilbrunnen“, wo wir dann schließlich um 16:30 Uhr einliefen.
Gesund angekommen – Ankommenbier – Nachtickern – Abendessen.
So bunt darf ein Pilgertag gerne enden.
Mike
Mehr als nur PS: Thomas, wir denken an dich!!!
4. Tag - Donnerstag, 8. Oktober 2026
08.10.2026
0655 Aufstehen
0700 Körperpflege
0715 1. Kaffee
0730 Morgenverpflegung
0805 Packen
0815 Anzugskontrolle
0830 technischer Dienst am Krad
0845 Pause
0900 Zündfunke
Mike trägt in vorbildlicher Weise die Ereignisse des Vortages vor. Ein guter Redner mit Witz im Vortrag, TOPP!
Das Tagebuch sucht einen Fahrer, rechts herum, links herum. Entscheidungsfreude? – Keine.
Mein Gedanke: „Ich nicht.“
Meine Handlung: „Ich nehme das Buch.“
Zündfunke:
Ein Gast, unser Hotelier, guter Mann, bringt wertvolle Beiträge und ist über unsere Truppe begeistert. Der Funke „Arche Noahs“, nein: „Noahs Arche“ wird wechselnd verlesen.
„Welches Tier sehen wohl andere in uns?“
Zeit zum Überlegen bis zum Nachtickern.
Dank der Guides an den Hotelier, danach Wegtreten in die Gruppen.
Conny gibt kurz & knapp den Ablauf des Tages bekannt.
Wegtreten an die Maschinen, Marschbereitschaft herstellen, Abmarsch gegen 09:31, grobe Richtung:
Bad Schandau – Grumbach – Steinbach – Reitzenhain – Grenze – kurz Tschechien – Grenze – Gasse - dann direkt auf der Grenze – Rothental – Grünthal – Olbernhau – Oberlochmühle – usw…..
Insgesamt 11 Grenzübertritte, nein, Grenzüberfahrten. So haben wir viele Grenzerfahrungen auf unterschiedlichsten Straßen erfahren. Eine tolle Erfahrung, und so gar nicht ‚grenzwertig‘!
Ach ja, Pausen haben wir auch gemacht. An einem Flugplatz z.B.: Ein Ort mit viel Platz und wenig Flug. Dort sahen wir Dinge von
- Michail Leontjewitsch Mil (Hubschrauber)
- Nikolai Iljitsch Kamow (Hubschrauber)
- Mikojan-Gurewitsch (MIG 21 Kampfjet)
- Sergei Wladimirowitsch Iljuschin (Passagierflugzeug Il-14)
- Weiterhin eine Schmalspurbahn für Kinder, Kaninchen und Ziegen.
Bei einem weiteren Stopp gab es Linsen-, Gulasch- und Knoblauchsuppe. Wer hat wohl den Knoblauch gegessen? Gut, dass ich „letzter Mann“ in der Gruppe bin.
Ach ja: wir haben auch Schwibbögen, Räuchermännchen, Nussknacker und Weihnachtspyramiden gesehen. Bis auf die Pyramiden gibt es die auch in unserer Gruppe:
- Peter kann arbeiten wie ein Nussknacker und versteht es perfekt, mit dem Hebelgesetz umzugehen. So verformte er Eisen an einer BMW, welches vollkommen kalt war.
- Bei Pausen stieg in unserer Gruppe auch manchmal weißer Rauch auf – Klaus, unser Räuchermännchen.
- Ja, und dann der Schwibbogen: Er zeigt dem Bergmann den Weg aus dem Stollen, durch das Mundloch findet er den richtigen Weg. Wir haben da eine Schwibbögin: hallo Conny!
- Du zeigst uns den Weg aus dem Stollen zum nächsten Ziel. Auch wenn die Stollen manchmal nicht die richtigen sind, Du findest immer das Mundloch. Danke!
- Das gilt natürlich auch für Micha. Er findet für seine Gruppe auch immer das richtige Loch.
Wiedervereinigung
Vollkommen ungeplant, kurz vor Bad Schandau: Gruppe 2 von rechts. Durcheinander. Wo ist mein Guide? Motorräder in meinem Rückspiegel. Einordnen, weiter durch ein mystisches Tal, ein Bach mäandert, begleitet von schroffen Felsen, die Elbe naht, der Regen auch. Tanken: morgen.
Unterkunft beziehen, tierisches Nachtickern, 19:00 Uhr Abendessen.
Ich schließe mit einem Zitat von Friedrich Schiller:
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“
Es ist Abend, und ich bin voller Lob für diesen Tag.
© Bernibärchen 2026
5. Tag - Freitag, 9. Oktober 2026
Das Tagebuch kreiste rechts herum und links herum. Niemand wollte das gute Stück haben, obwohl es eine so schöne Gelegenheit ist, den Tag Revue passieren zu lassen.
Nach dem Zündfunken fuhren wir zum Tanken nach Tschechien. Nicht, weil es dort günstiger war, sondern es war einfach die nächstgelegene Tankstelle.
Wir fuhren durch ein Tal und konnten oben am Ende der Felsen die Mauern der Festung Königstein sehen. Weiter ging es nach Glashütte, wo die Zeit erfunden wurde. Hier gab es eine Pause bei der Firma Wempe. Weiter ging es über „Waldidylle“ und „Oberpöbel“, ja: die Orte hießen wirklich so. Wir fuhren über Teichhaus und Holzhau. Leider mussten wir wegen einer Baustelle umkehren, aber die Strecke war es wert, zweimal gefahren zu werden. In Frauenstein machten wir in einem netten Bäckerei-Café Mittagspause und wärmten uns ein wenig auf. Wir folgten dann eine ganze zeitlang der Silberstraße und hielten am „Kalten Muff“. Hier ist das Titelfoto des Tourbegleitheftes entstanden. Danach ging es über Pfannenstiel durch die ganzen Orte mit „…grün“: Ruppertsgrün, Hartmannsgrün, Pfaffengrün, usw.
Nächste Pause war an der Göltzschtalbrücke, wo wir zufällig die zweite Gruppe trafen. Von hier aus ging es über einen Tankstopp nur noch zum Hotel Fuchsbau.
Alle kamen wohlbehalten an. Alles in allem, trotz Wind und Regen, eine gelungene Tour.
Peter
6. Tag - Samstag, 10. Oktober 2026
Das Tagebuch wird heute mal in anderer Form als üblich sein.
Beim Zündfunken wurde das Wort „Mut“ für den Tag ausgegeben. Darüber habe ich mir – wie es sein soll – viele Gedanken unter dem Helm gemacht.
Als „Pilgern mit PS“ ins Leben gerufen wurde, hatte man den Mut, Glaube und Kirche unter die Motoradfahrerinnen und -fahrer zu bringen. Der Mut wurde belohnt und die Gruppe wuchs sehr schnell an.
Um die Fahrten durchführen zu können, wurden Guides benötigt. Auch hier hatten dann wieder Frauen und Männer den Mut, diese Aufgaben zu übernehmen. Dafür opferten sie Freizeit und für die Ausbildung wurde auch noch bezahlt.
2014 hatte ich selbst den Mut, mich zu meiner ersten Fahrt anzumelden. Vom ersten Tag an habe ich eine Gemeinschaft erlebt, in die ich von der ersten Stunde an aufgenommen wurde, was man Außenstehenden nur schwer oder gar nicht vermitteln kann.
Hierfür bin ich sehr dankbar.
Nicht zu vergessen: meine große Dankbarkeit an die Guides, die mit viel Fleißarbeit und Akribie Hotels gesucht und gebucht haben, wunderbare Touren ausgearbeitet haben.
Besonders erwähnen möchte ich, dass mir in den abendlichen Nachtickerrunden viele neue Erfahrungen für Gashand, Geist und Seele vermittelt wurden. Durch Pilgern mit PS habe ich sehr viele nette Pilgerschwestern und Pilgerbrüder kennengelernt, mit denen ich eine wunderschöne Zeit verbracht habe.
Ich hoffe und wünsche, dass diese Gemeinschaft in der Zukunft noch viele Motorradfahrerinnen und -fahrer anspricht und weiter die „neuen Erfahrungen für Gashand, Geist und Seele“ vermittelt.
Von Herzen vielen Dank und viel Mut!
Günther
7. Tag - Sonntag, 11. Oktober 2026
Individuelle Heimfahrt vom Hotel Jagdhof Klein-Heilig-Kreuz
Ich nehme mir ein Beispiel an Günthers Mut und entscheide für mich, dem Tagebuch heute weitere Kreiserei zu ersparen. Normalerweise nimmt ja noch irgendwer das gute Stück mit auf die Heimreise, um die Eindrücke des letzten Tages zu verewigen. Und oft wird mir dann im Nachgang das Tagebuch geschickt, damit ich es abtippen kann. Eine Aufgabe, die ich liebend gerne übernehme! So kann ich nach Tagen (oder Wochen) die gesamte Tour noch einmal Revue passieren lassen.
Ich habe dabei Eure Stimmen im Ohr und freue mich immer, wenn ich schon nach ein paar Zeilen ‚erkenne‘, wer an dem Tag geschrieben und gelesen hat, ohne dass ich auf die ‚Unterschrift‘ schauen muss. So seid Ihr noch einmal bei mir. Ein schönes Gefühl.
Wieso brauchte es ‚Mut‘ für die Entscheidung, das Buch heute direkt selbst zu nehmen?
Nun ja, es hätte ja möglicherweise, ganz vielleicht, noch irgendein Teilnehmer seine allerletzte Chance nutzen können wollen, der die Woche über nicht genug Mut aufgebracht hat. Und nun drängle ich mich als Guide sozusagen vor, obwohl wir Guides doch üblicherweise gar keinen Beitrag im Tagebuch schreiben.
Aber was ist schon üblich, was normal? Das Leben steckt voller verpasster Chancen und jeder Einzelne hat es letztlich nur selbst in der Hand, das Beste aus jedem einzelnen Tag zu machen.
Auf dieser Tour habe ich wieder einmal erleben dürfen, wie bunt und vielfältig das Leben sein kann, wenn man es teilt, wenn man nicht mit Scheuklappen durch die Gegend läuft (oder fährt), sondern offen ist für Eindrücke, Begegnungen, Berührungen.
… da berühren sich Himmel und Erde…
Ich bin dankbar für alles, was jeder von Euch zum guten Gelingen dieser Tour und zum Wachsen unserer Gemeinschaft beigetragen hat. Ich vertraue darauf, dass wir uns wiedersehen. Früher oder später.
… irgendwie, irgendwo, irgendwann…
Gott sei Dank!
Conny












