Neue Erfahrungen für Gashand, Geist und Seele

Pilgern mit PS, Helmkreuz am Morgen vor dem Zündfunken
headerstreifen21_1200_0000s_0005_helmkreuz_thueringen_300.jpeg
PlayPause

2025 | Adlergebirge | Tour-Tagebuch - 5. Tag - Donnerstag, 14.08.2025

Beitragsseiten

5. Tag - Donnerstag, 14.08.2025
Von Neratov nach Vysocany, Tschechien

Liebes Tagebuch,
man kann sich über jeden Scheiß aufregen, man ist aber nicht dazu verpflichtet.
Warum dieses Intro? Später will ich es dir erzählen.
Wie jeden Tag unserer Pilgerreise begannen wir den Tag mit einem Zündfunken. Alle Helme bildeten das Helmkreuz an der Stufe zum Altarraum in der Kirche von Neratov. In unserer Mitte der Pfarrer von Neratov, Josef Suchár, und unser Dolmetscher, Jakub. In der Mitte des Helmkreuzes die Kerze aus der Kapelle zur Hilligen Seele.

Einige Pilger haben am Vorabend das „Schweige und höre“ geübt, auf dass es stimmiger werde als beim ersten Singen des Liedes. Die Verbesserung war deutlich hörbar, man ließ aber noch genügend Raum für weitere Verbesserung. Passend zur Kirche in Neratov mit dem wunderschönen offenen Dach singen wir außerdem „Der Himmel geht über allen auf“. Ich habe die zweite Kanonstimme übernommen, Stimme drei und vier blieben leider unbesetzt.
Muss man sich nicht drüber aufregen.

In den gewohnten Gruppen ging es auf die Reise. Noch vor der ersten offiziellen Pause gab es die erste inoffizielle Pause wegen einer Reifenpanne. Alle schauten interessiert zu, wie Martin die Schraube aus dem Reifen drehte und anschließend einen Propf einsetzte. Die Jägergemeinschaft spendete Luft. Keine Aufregung bei Martin, sondern Dank an TimH, der das Malheur bemerkt hatte und Martin darauf hingewiesen hatte. Nach einer halben Stunde ging es weiter.
Jedoch kamen wir wieder nicht soweit, dass Guide Tim eine Wegrandpause hätte anvisieren können. TimH war von einem Insekt gestochen worden und brauchte eine Pause. Bei einem Restaurant in einer kleineren Stadt hielten wir und nutzten die Zeit für eine Erfrischung.

Nach der zweiten ungeplanten Pause machten wir uns wieder auf den Weg. Die Sonne erwärmte Straßen und Felder, es wurde unerträglich heiß. TimH brauchte einen weiteren Notstopp. Leider befanden wir uns gerade auf einer Hauptstraße, so dass es schwierig war, einen geeigneten Anhaltepunkt zu finden, was die Gruppe auseinanderzog. Hat sich aber keiner drüber aufgeregt.

TimH und Günther beschlossen, das Hotel direkt anzufahren, während wir mit der Restgruppe von 5 Motorrädern durch die glühende Steppe weiterzogen. Bei einer Tankpause wurde das Thema Geschwindigkeit angesprochen. Ach ja, das ist ein Thema zum Aufregen.

Liebes Tagebuch, ich habe dir gar nicht erzählt, welchen Impuls uns die Guides mit auf den Weg gegeben haben. Der Impuls lautete: „Denkt mal darüber nach, was Euch geprägt hat.“
Ich könnte Dir jetzt vieles berichten, von meinen Eltern, von einer bestimmten Predigt meines Taufpfarrers, von, von, von … Wer auch immer mich geprägt hat in diesem Sinne…
Am besten zusammengefasst hat es ein Bläserwart, der von seinem Opa erzählte. Und der Opa pflegte zu sagen (du kannst es dir schon denken):
Man kann sich über jeden Scheiß aufregen, ist aber nicht dazu verpflichtet. 

Wie kriege ich jetzt bloß noch die Kurve zurück zu Pfarrer Suchár?
Sein Hauptanliegen ist Versöhnung. Versöhnt Euch, wenn Ihr Euch doch mal aufgeregt habt.
Der Himmel geht über allen auf!

P.S. Beim Nachtickern ist mir klar geworden, dass ich mir den Impuls falsch gemerkt habe. Reg dich nicht auf, liebes Tagebuch, reg dich bitte nicht auf!
Das Thema war Freude, bzw. was uns erfreut hat. Mich hat erfreut, dass ich mehr als nur zwei Sätze zusammen bekommen habe.

Christof