6. Tag - Freitag, 15.08.2025
Maria Himmelfahrt 2025
Ein Feiertag – für mich ein ganz besonderer: Geburtstag und Namenstag.
Diesmal keine Feier mit der Familie. Ich bin dann mal weg – ich bin auf Pilgerreise.
Ja, ich habe mich ganz bewusst auf diese Reise eingelassen.
„Über Himmelfahrt nach Himmelfahrt.“ Der Funke hat bei der Vorstellung der Tour direkt gezündet.
Tschechien als Motorrad-Reiseziel hätten Bernd und ich uns niemals alleine zugetraut.
Ja, so kommst Du erneut zu uns, liebes Tagebuch.
Einsam lagst Du auf den Helmen vor den verschlossenen Toren einer Kirche, deren Türen von Spinnenweben so zugewachsen waren, dass schon monatelang keiner mehr Zutritt hatte.
Nachdem jeder zu seinem Helm griff, habe ich dich an mich genommen. Bernd und ich haben den Anfang gemacht und so machen wir gerne das Ende bzw. den Abschluss des Tour-Eintrages.
Wir beide können erneut sagen:
- Es war wieder eine tolle Tour mit Pilgern mit PS.
- Es waren bereichernde Begegnungen mit großartigen Menschen.
- Wir konnten erneut erfahren, wieviel man beim Motorradfahren quasi nebenbei entdeckt.
Solche Ausblicke, Gerüche, Landschaften und Begegnungen mit den Mitmenschen am Straßenrand nimmt man beim Autofahren zumeist nicht wahr.
Da steht z.B. eine magentarote Kapelle am Wegesrand. Wir sehen Menschen, die sorglos in einem Moor plantschen. Wir durchreisen einen Ort namens „Kalte Schenke“. Ein Schelm, der denkt, dass unsere Gelüste bei diesen unnatürlich hohen Temperaturen in diesem Mini-Ort gestillt würden.
Aber wer sich in Geduld übt, erreicht nach ca. 300 km das Hotel am Rennsteig. Dort bekommt jeder, wonach ihm dürstet. Der persönliche Flüssigkeitspegel musste wieder steigen. Darüber lässt sich auch wunderbar nachtickern.
Die große Frage „Was bleibt?“ steht über der gesamten letzten Woche.
Für mich auf jeden Fall: die gute Vorstellung eines Himmelskreuzes über mir in Form des Glasdaches von Neratov. Ja, da bekommt „da berühren sich Himmel und Erde“ eine ganz neue Bedeutung für mich. Der gute Herr da oben möge bitte seine schützende Hand über mich halten und mich möglichst noch lange hier unten auf der Erde lassen.
Ich lasse mich jedenfalls noch ganz lange berühren. Von ihm. Von Euch. Auf dieser Tour. Und bei hoffentlich noch vielen Gelegenheiten bei Pilgern mit PS.
Man sieht sich ja immer mehrfach im Leben.
Ihr ward eine tolle Geburtstagsgesellschaft!
Vielen Dank für alle Begegnungen mit Euch sagt, auch im Namen von Bernd,
Eure Mechthild (die von Magdeburg)
P.S.: Zur Vollendung fehlte mir in der Kirche ein gemeinsames Lied mit Pfarrer Suchár und den Besuchern: Laudate omnes gentes, laudate dominum.












