3. Tag - Dienstag, 12.08.2025
Anfahrt nach Neratov
Einen guten Morgen in die Pilgerrunde. Unser Reisebeginn an diesem Morgen war für uns ungewöhnlich. Wir hatten Besuch zu unserem Zündfunken. Der Damenchor, der mit uns in der Unterbringung übernachtet hatte, war mit uns in die kleine Kapelle gegangen, um an unserem Zündfunken teilzunehmen. Der Pfarrer war auch zugegen und hatte sich sogar sehr feierlich angezogen.
Nach guter alter Sitte wurde das Helmkreuz auf den Kirchenboden gelegt und der Zündfunke mit Abschlusslied mit Begleitung des Damenchores begangen. Als Weggedanke für die heutige Tour wurde uns das ‚Loslassen‘ mitgegeben. Das Aufsatteln wurde diesmal mit vielen Fragen der Chordamen etwas aufgehalten. Auch Fragen nach der Technik der Motorräder wurden gestellt, was mich sehr überraschte. Mit vielen guten Wünschen werden wir auf unsere Tagestour entlassen.
Diese Tour versprach, lustig zu werden. Überschrift: Viele Wege führen zum Ziel – oder ‚über Rom nach Bottrop‘, wie meine Oma zu sagen pflegte.
Frisch und fröhlich los, stoppte uns alsbald die erste Baustelle mit Sackgasse. Umfahrung suchen, nicht finden, falsch fahren, neue Route starten… weiterfahren.
Nächste Baustelle: Sackgasse nach sechs Kilometern. Versuchen? Klar! Manche Baustellen kann man(n) durchfahren. – Glück gehabt! Die Bauarbeiter lassen uns nach Wartezeit langsam passieren. Wir sind wieder auf Strecke. Nöhöööö, doch nicht. Nächste Baustelle: rein, wenden, warten, Navi fragen. Es ist zum Mäusemelken. Aber wir finden den Weg.
Das Wetter ist so schön und die Sonne strahlt so arg vom Himmel, dass wir kleine Pausen nur im Schatten verbringen. Das Navi erkennt man im Sonnenlicht auch schlecht. Wir lernen eine nette alte Dame kennen, die -welch ein Zufall- Verwandte am Möhnesee hat und auch in Soest. Die Bitte nach einem Foto erheitert uns sehr.
Weiter geht´s in die nächste Baustelle. Eine wunderbare Umfahrung tröstet uns aber darüber hinweg. Wir sind auf dem richtigen Weg… und wir fahren.
Eine Passstraße mit tollen Kurven und herrlicher Kühle. Wir fahren nämlich durch ein Skigebiet. Das ist toll. Unten erwartet uns -wie nicht anders zu erwarten- eine Baustelle! Wir sind Profis und fahren. Wir finden den Weg. Nicht den geplanten, aber irgendwie geht es weiter. Wenden können wir ja mittlerweile, sogar am Berg auf schmaler Straße. Sogar Doppelwendungen sind kein Problem für uns.
Wir haben auf dieser Tour so einiges losgelassen, vor allem die geplanten Wege.
Wir haben losgelassen, pünktlich im Hotel in Neratov anzukommen.
Wir haben losgelassen, gemütlich eine Tasse Kaffee am Nachmittag zu trinken.
Wir konnten nicht noch mehr Zeit entbehren, deshalb nur kurze Pausen.
Nur eines haben wir nicht losgelassen:
Das Vertrauen auf unsere Gemeinschaft.
Das Vertrauen in unseren Guide.
Das Vertrauen, unser Ziel zu finden.
Ich liebe es. In diesem Sinne: gute Reise!
Heike-Maria












