6. Tag – Freitag, 19.06.2026
Serriera, Korsika
Das Kreuz für den Zündfunken bilden heute nur 13 Helme. Der Impuls ist Zuflucht.
Wo finde ich Zuflucht? Warum bleibe ich?
13 Helme deshalb, weil wir heute am zweiten Tag frei haben. Natürlich gibt es auch Fahr-Angebote der Guides. Mit SabineS und Matthias entscheiden sich Klaus und ich, Tims Kilometer-Sparversion nach Cargèse anzunehmen. Nicht mehr als 100 km sollen es werden.
Für Tim heißt das raus aus der kurzen Hose und rein in die Motorradkleidung. Los geht´s!
Über Kurven möchte ich mich nicht auslassen und auch nicht über die Hitze. Da haben wir sowieso keinen Einfluss drauf. Aber Korsikas grandiose Landschaft, die hat es mir angetan. Auch heute wieder. Über Porto mit seinem berühmten Genueserturm gelangen wir zu den Calanches de Piana. Am liebsten möchte man überall anhalten und einfach nur staunen, aber die Parkbuchten sind rar. In den von der Zeit zerfressenen roten Felsen der Steilküste erkennt man mit etwas Fantasie allerlei Figuren. Als Sozia habe ich ja das Privileg, den Blick mal etwas länger schweifen lassen zu können.
Bald ist Cargèse erreicht. Was es mit den zwei katholischen Kirchen auf sich hat, wissen wir von Tims morgendlichen Ausführungen. In der Église Grecque beeindrucken uns besonders die vielen Ikonen mit ihrem strahlenden, goldenen Hintergrund. Ein kurzer Fußweg führt uns zur genau gegenüberliegenden Kirche Mariä Himmelfahrt des lateinischen Ritus. Auf die Kirchenkultur folgt die Kaffeekultur. Und nicht nur der schmeckt in dem netten Lokal bei der Kirche, sondern auch das Maroneneis. Da uns die Calanches auf der Herfahrt so begeistert haben, beschließen wir, denselben Weg zurückzufahren, um Gelegenheit für einen Fotostopp (früher nannte man den AGFA-Stop) zu haben.
Wie bekomme ich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes die Kurve zum Zündfunken? Für mich jedenfalls muss Zuflucht kein fester Ort sein. Da, wo meine Lieblingsmenschen sind, dort finde ich Zuflucht. Und deshalb bleibe ich dort.
Christel












